Themen: Bildung
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Die Lesekompetenz Schweizer Jugendlicher befindet sich laut PISA-Erhebungen seit zwanzig Jahren im Abwärtstrend. Der ehemalige Sekundarlehrer Hanspeter Amstutz sieht darin auch ein Problem für die Berufsausbildung und plädiert für Sprachförderung über mehrere Fächer hinweg. Als Grundlagen nennt er das Zuhören bei Geschichten, die Begegnung mit Büchern und eine breite Allgemeinbildung. Lehrpersonen sollten spannend erzählen und anspruchsvolle Klassenlektüren begleiten. Sachunterricht vermittle Wissen und Wortschatz, die das Textverständnis erleichtern. Fremdsprachige Sachlektionen zur Ausweitung des Frühfranzösisch lehnt Amstutz für die Volksschule ab, weil er Einbussen bei der Allgemeinbildung befürchtet. Zudem betont er die sprachliche Vorbildfunktion der Lehrkräfte und kritisiert die Ablehnung direkter Instruktion. Für den schriftlichen Ausdruck fordert er mehr formales Training, vorbereitete Diktate und regelmässiges Schreiben. Die Lehrerbildung soll Sachfächer und Erzählkultur stärker gewichten.