Themen: Ukraine Krieg, Geopolitik, Krieg&Frieden
Regionen: International, Russland/Eurasien, Europa
Nach dem Fund einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle hat die deutsche Bundesregierung Russland öffentlich verantwortlich gemacht. Sie verweist auf Tatmuster, polizeiliche Ermittlungen sowie Erkenntnisse deutscher und internationaler Nachrichtendienste, legte jedoch keine konkreten Beweise vor. Moskau weist die Vorwürfe zurück. Als Folgen werden die Schliessung des letzten russischen Generalkonsulats in Bonn, neue Sanktionen, verschärfte Einreiseregeln und die Kündigung des Abkommens zum Russischen Haus genannt. Russland reagierte am 3. September mit der Ankündigung, Goethe-Institute in Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg zu schliessen. Der Kommentar stellt die deutsche Attribution infrage und verweist auf eine Gegenhypothese eines russischen Militärexperten, wonach der Vorfall Kiew nützen könnte, um Deutschland stärker in den Krieg einzubinden. Er ordnet den Fall in die deutsche Finanzierung ukrainischer Drohnen, gemeinsame Rüstungsprojekte und russische Angriffe auf ukrainische Energie-, Hafen- und Logistikinfrastruktur ein.