Themen: KI/Digital, Gesellschaft, Kultur
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Stephan Jütte, Kommunikationschef der evangelisch-reformierten Kirche Schweiz, versteht Glauben als Hoffnung, Staunen und die Fähigkeit, Unsicherheit auszuhalten. Die Bibel liest er als historisch gewachsenen Textkorpus, nicht wörtlich. Kirchengebäude seien für das Christsein nicht entscheidend, könnten bei Beerdigungen oder Hochzeiten aber weiterhin besondere Bedeutung haben. Religiöse Gespräche würden sich zunehmend auch in digitalen Communitys, Podcasts und anderen Formaten abspielen. Nach Missbrauchsskandalen könne die Kirche Vertrauen nur zurückgewinnen, wenn sie nicht ihre Institution verteidige, sondern Gewalt offen aufarbeite und glaubwürdig handle. Junge Menschen müssten Kirche mitgestalten können. KI könne bei Trost, Beichten oder Konflikten niedrigschwellig unterstützen, ersetze aber kein empathisches Gegenüber. Jütte warnt vor einer Verengung, wenn KI reale Beziehungen verdrängt: Sie könne Kommunikation üben helfen, dürfe jedoch nicht zum Ersatz für echten Austausch werden.