Themen: Migration/Asyl, CH-Politik, Gesellschaft
Regionen: International, Europa, Afrika
Nach dem Grenzübertritt von rund 72'000 Migrantinnen und Migranten von Marokko in die spanische Exklave Ceuta kritisiert Migrationsforscher Gerald Knaus das Vorgehen der EU und Spaniens. In Ceuta, das knapp 80'000 Einwohner hat, befanden sich laut spanischem Innenministerium noch etwa 5'000 Menschen, darunter rund 2'000 Minderjährige. Die Stadt errichtete Zelte für etwa 1'500 Personen, doch viele Schutzsuchende lebten weiterhin auf der Strasse und das Gesundheitssystem sei überlastet. Knaus hält die Darstellung einer Invasion für unbegründet und verweist darauf, dass in der ersten Jahreshälfte rund 50'000 Menschen aus Afrika und dem Nahen Osten in die EU kamen. Er fordert Abkommen mit sicheren Drittstaaten, in denen Asylverfahren unter Einhaltung von EU- und Flüchtlingsrecht sowie unter Kontrolle des UN-Flüchtlingswerks durchgeführt würden. Dadurch solle irreguläre Migration entmutigt werden, ohne Menschenrechte auszusetzen.