Themen: Wirtschaft/Finanzen, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt, International, Europa
Die Europäische Union hat ihre Schutzmassnahmen für Stahl verschärft: Sobald jährliche Importkontingente von 18,3 Millionen Tonnen ausgeschöpft sind, soll ein Zoll von 50 Prozent gelten. Die seit Anfang Juli 2026 gültige Regelung richtet sich vor allem gegen billigen, subventionierten Stahl aus China, trifft aber auch die Schweiz. Während EWR-Staaten ausgenommen sind, erhält die Schweiz als Drittstaat ein zollfreies Kontingent von 383’000 Tonnen. Gegenüber den Referenzjahren 2022 bis 2024 entspricht dies einer Kürzung um 18 Prozent, in sechs wichtigen Schweizer Produktkategorien laut SECO sogar um rund 35 Prozent. Bern verweist auf das Freihandelsabkommen und die engen bilateralen Beziehungen, verhandelt aber weiter mit Brüssel. Zusätzliche Unsicherheit schafft der vorgeschlagene Industrial Accelerator Act mit «Made in EU»- und CO2-Vorgaben für öffentliche Beschaffungen und Subventionen. Noch offen ist, ob Schweizer Anbieter dabei EU-Produzenten gleichgestellt werden. Trotz eines breiten EU-Netzes von Freihandelsabkommen wertet der Beitrag die Entwicklung als zunehmenden Protektionismus und plädiert für geregelte Beziehungen sowie weitere Handelsabkommen der Schweiz.