Themen: Gleichstellung, Bildung, Gesellschaft
Regionen: International, Afrika
Frauen in ländlichen Regionen Südäthiopiens verfügen trotz verfassungsmässig garantierter Rechte oft nur über eingeschränkten Zugang zu Land, Bildung und politischer Mitwirkung. Frühe Heiraten führen dazu, dass viele Mädchen bereits vor dem 15. Geburtstag die Schule verlassen. In Städten sind Bildungs-, Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten für Frauen deutlich besser. Eine in Dilla lebende Fachfrau arbeitet im Bezirk Raphe mit dem Konzept der «Gender Model Families». Die Schulungen richten sich an Frauen und Männer gemeinsam und sollen die Arbeitslast im Haushalt und auf den Feldern sichtbarer machen. Wenn Männer Hausarbeit mittragen, können Frauen Zeit für Mikrokredite und kleine Geschäfte gewinnen. Spargruppen unterstützen sie beim Aufbau eigener Einkommen. Familienplanung bleibt wegen der verbreiteten Vorstellung, viele Kinder bedeuteten Wohlstand, umstritten. Zudem bestehen in abgelegenen Gebieten Praktiken wie Mädchenentführungen zur erzwungenen Ehe fort, auch wenn Aufklärung deren Verbreitung verringern soll. Vorrangige Ziele sind Schulbildung, der Schutz vor Kinderheirat und gleichberechtigte Beteiligung von Frauen.