Themen: Iran Krieg, Krieg&Frieden, Geopolitik
Regionen: International, Westasien, Nordamerika
Die Islamische Republik Iran überstand den Krieg mit den USA, obwohl Ali Chamenei getötet wurde und die Führung in eine schwere Krise geriet. Sicherheitsapparat und staatliche Institutionen reorganisierten sich rasch; Ali Abdollahi übernahm den Generalstab, Ahmad Vahidi das Kommando über die Revolutionsgarden. Die neue Führung stützt sich weitgehend auf Funktionäre aus der Gründungszeit der Republik und dem Iran-Irak-Krieg. Eine geschlossene Machtübernahme der Revolutionsgarde sieht die Analyse jedoch nicht, sondern konkurrierende Netzwerke und mehrere Machtzentren. Die Rolle des neuen Obersten Führers Modschtaba Chamenei bleibt wegen seiner öffentlichen Abwesenheit unklar. Innerhalb der Führung besteht Streit darüber, ob militärische Stärke vor allem Verhandlungen ermöglichen oder eine dauerhafte Konfrontation absichern soll. Sanktionen, informelle Ölgeschäfte, Störungen im Bankenwesen sowie Probleme bei Strom und Wasser belasten Staat und Gesellschaft. Umfragen und Berichte weisen auf geringe politische Legitimität und anhaltende Entfremdung hin. Der Krieg habe den Repressionsapparat kurzfristig gestärkt, nicht aber die strukturellen Probleme des Regimes gelöst.