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«Die Motion stützt sich auf eine denkbar schlechte Evidenzlage»

Bajour
«Die Motion stützt sich auf eine denkbar schlechte Evidenzlage»

Themen: Gesundheit, CH-Politik

Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt

Der Psychotherapeut Gassan Gradwohl verteidigt das geltende Anordnungsmodell für psychologische Psychotherapie gegen eine politische Motion, die für jede reguläre Therapie zusätzlich eine fachpsychiatrische Diagnose verlangen würde. Die BAG-Evaluation vom Juni 2026 zeige, dass das Modell im Alltag funktioniere und den Zugang insbesondere für Menschen mit niedrigem sozioökonomischem Status und hoher psychosozialer Belastung verbessert habe. Trotz weiterhin langer Wartezeiten sieht Gradwohl keinen Nachweis, dass die Anordnung durch Hausärztinnen und Hausärzte versage. Die Ausgaben für psychologische Psychotherapien stiegen seit 2022 von 528 auf 922 Millionen Franken. Dies müsse untersucht werden, lasse sich aber nicht ohne Weiteres als Überversorgung deuten: Als Faktoren nennt er einen bereits bestehenden Trend, Tarifeffekte, Bevölkerungswachstum und die Verlagerung bisher privat bezahlter Leistungen in die Grundversicherung. Für die behaupteten unnötigen Therapien gebe es keine Daten. Eine zusätzliche psychiatrische Abklärung würde laut Gradwohl bestehende Engpässe verschärfen; Wartezeiten können je nach Gruppe bereits zwölf Monate betragen.

Bajour

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