Themen: Iran Krieg, Krieg&Frieden, Geopolitik
Regionen: International, Westasien, Nordamerika
Nach der Tötung Ali Khameneis haben radikale Kräfte im Iran ihren Einfluss ausgebaut. Die Trauerfeiern mit roten Racheflaggen und «We kill Trump»-Plakaten sollten nach dieser Darstellung den Willen zur Fortsetzung des Kriegs demonstrieren. Verhandler, die eine Verständigung suchen, werden im Inland als Verräter beschimpft. Khameneis Sohn Mojtaba bleibt weitgehend unsichtbar; seine schriftlich verbreiteten Botschaften handeln von Rache und Vergeltung. Der Machtverlust einer Autorität, die zuvor beide Flügel des Regimes kontrollieren konnte, erschwert eine dauerhafte Einigung. Zentral ist die Strasse von Hormuz: Hardliner betrachten die iranische Verfügungsmacht über die Meerenge als strategisches Druckmittel. Aussenminister Araghchi kehrte nach Gesprächen in Oman über die Schifffahrt ohne Ergebnis zurück; kurz darauf feuerte Iran Raketen auf mehrere Golfstaaten, darunter Oman. Die Hardliner fürchten zudem, dass eine Waffenruhe gesellschaftliche Unzufriedenheit im Iran wieder sichtbar machen könnte.