Themen: Geopolitik, Wirtschaft/Finanzen, Technologie
Regionen: International, Südamerika, China
China hat sich laut Darstellung vom Rohstoffkäufer zu einem zentralen wirtschaftlichen und strategischen Akteur Lateinamerikas entwickelt. Investitionen und Kredite betreffen Bergbau, Energie, Stromnetze, Häfen, Telekommunikation, Infrastruktur, Satellitenprojekte und Elektrofahrzeuge. Besonders wichtig sind Soja, Kupfer, Eisen, Öl und Lithium; Brasilien, Argentinien, Chile, Peru, Bolivien und Venezuela stehen dabei im Fokus. Als symbolträchtige Projekte gelten der Hafen Chancay in Peru, eine chinesische Raumstation in Neuquén sowie die von einem chinesischen Konsortium gebaute Metro Bogotá. Washington befürchtet einen wachsenden chinesischen Einfluss auf kritische digitale und maritime Infrastruktur und drängt Regierungen, den Technologieausbau Chinas zu begrenzen. Kritiker warnen vor einer neuen Abhängigkeit, Verschuldung, Umweltzerstörung und der Fortsetzung eines extraktivistischen Wirtschaftsmodells. Befürworter verweisen dagegen auf Finanzierung, Modernisierung und Diversifizierungsmöglichkeiten, die westliche Staaten bislang nicht im gleichen Ausmass angeboten hätten.