Themen: Gesellschaft, Wirtschaft/Finanzen, Kultur
Regionen: Schweiz, Ostschweiz
Die beiden Rhytech-Hochhäuser prägen Neuhausen seit zwei Jahren als sichtbares Symbol des angestrebten Wandels vom Dorf zur Stadt. Gemeindepräsident Felix Tenger bewertet das Projekt positiv: Ein Teil der Bewohnerschaft sei von ausserhalb, besonders aus Zürich, zugezogen, und Steuerkraft sowie Nettovermögen pro Einwohner seien gestiegen. Die geplante «Rhyfall Village» wirkt im Alltag jedoch noch nicht wie ein lebendiges Quartier. Mehrere Gewerbeflächen stehen leer, das Bistro ist geschlossen, und einer Kioskverkäuferin zufolge fehlen Kundinnen und Kunden. In den oberen Mietwohnungen gibt es Leerstände; auch möblierte Wohnungen für Expats sind teils unvermietet. Zudem zogen weniger Familien mit Kindern zu als vorgesehen, weshalb die Gemeinde ihre Schülerprognose korrigierte. Befürworter sehen in der Überbauung notwendige Verdichtung und einen urbanen Aufbruch. Kritiker bemängeln private Freiräume, fehlende soziale und ökologische Mehrwerte sowie konzeptlose Raumplanung. Die Türme machten Neuhausen zwar städtischer sichtbar, doch Begegnungsorte, Kultur und öffentliche Reibungsflächen müssten erst noch entstehen.