Themen: Gesellschaft, CH-Politik, Ungleichheit
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Walter Angst beurteilt die Lage der Mieterinnen und Mieter in Zürich als zunehmend zugespitzt. Nach der Finanzkrise seien die Angebotsmieten stark gestiegen; heute prägten Leerkündigungen und Ersatzneubauten den Wohnungsmarkt. In der Stadt würden Häuser teils bereits nach 50 oder 60 Jahren abgebrochen, weil die Bau- und Zonenordnung erhebliche Verdichtungspotenziale eröffne. Zwischen Bestandes- und Angebotsmieten bestehe eine grosse Kluft. Laut der Mietpreiserhebung von Statistik Stadt Zürich stieg die Summe der Mieten privater Anbieter innert zwei Jahren durchschnittlich um 3 Prozent, obwohl der Referenzzinssatz sank. Besonders bei Erstvermietungen fehlten wirksame rechtliche Kontrollmöglichkeiten. Angst verweist auf die Mietpreis-Initiative des Mieterinnen- und Mieterverbandes und fordert stärkeren Schutz sowie frühzeitigen Einbezug Betroffener. Die Stadt Zürich sei mit neuen personellen Konstellationen und einer Koordinationsstelle für Wohnen aktiver geworden. Dem Kanton wirft er dagegen vor, bewusst keine Wohnpolitik zu betreiben.