Themen: Geopolitik, Demokratie, Krieg&Frieden
Regionen: International, Westasien
Der NATO-Gipfel vom 7. und 8. Juli in Ankara stärkte nach dieser Analyse die Türkei und Präsident Recep Tayyip Erdoğan als regionalen militärischen Akteur. Alle 32 Mitgliedstaaten nahmen teil, ebenso Wolodymyr Selenskyj und Syriens Präsident Ahmad al-Sharaa. Erdoğan und die türkische Führung werteten den Gipfel als Erfolg; die persönliche Beziehung zu Donald Trump habe einen möglichen Bruch innerhalb der NATO verhindert. Ankara signalisierte, das 2019 erworbene russische Luftabwehrsystem S-400 verkaufen zu wollen, was den Weg für F-35-Kampfjets ebnen könnte. Frankreich, Italien und Grossbritannien prüfen weitere Rüstungskooperationen. Beobachter erwarten dadurch eine Verschiebung des militärischen Gleichgewichts im östlichen Mittelmeerraum zugunsten der Türkei. Zugleich berichtet der Beitrag über Einschränkungen in Ankara, verweigerte Akkreditierungen kritischer Medien und die Inhaftierung von 178 Personen. Demokratische Grundsätze und Rechtsstaatlichkeit seien beim Gipfel in den Hintergrund getreten.