Themen: KI/Digital, Gleichstellung, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Nordamerika
Die Zyklus-App Flo, die nach eigenen Angaben weltweit mehr als 380 Millionen Menschen nutzen, gab über mehrere Jahre intime Daten von Nutzerinnen an Google, Facebook und weitere Unternehmen weiter. Erfasst werden unter anderem Menstruation, Eisprung, Schwangerschaft, Symptome, Stimmung und Sexualverhalten. Gerichte bestätigten den Sachverhalt; Flo räumte ihn ein und musste betroffene Nutzerinnen in den USA informieren. Ein erster Vergleich über fast 60 Millionen Dollar wurde bestätigt, wobei Google den grössten Anteil übernehmen soll. Wie viel Facebook zahlen muss, ist noch offen. Bei einer Verteilung auf rund 100'000 Nutzerinnen ergäben sich mehrere hundert Dollar pro Person, bei allen damals Betroffenen dagegen weniger als ein Dollar. Flo betont, keine Namen, Adressen oder Geburtsdaten weitergegeben zu haben und Gesundheitsinformationen künftig nur mit Zustimmung zu teilen. Der Beitrag kritisiert das datenbasierte Geschäftsmodell von Techfirmen und bezweifelt, dass Anonymisierung angesichts der Reidentifizierbarkeit weniger Datenpunkte ausreichend schützt.