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Die Wiederentdeckung eines Verfemten

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Die Wiederentdeckung eines Verfemten

Themen: Kultur/Feuilleton, Demokratie

Regionen: Schweiz, Basel/NWCH

Peter Ochs (1752–1821), Basler Stadtschreiber, Ratsherr und Autor des Verfassungsentwurfs der Helvetischen Republik, wird als unterschätzter Wegbereiter des modernen Schweizer Bundesstaats gewürdigt. Der Basler Historiker Markus Kutter bezeichnete ihn in seinem Buch von 1994 als möglichen übergeordneten Gründervater der Schweiz – im Gegensatz zu den nationalen Gründungsmythen um 1291 und Wilhelm Tell. Die Helvetische Republik von 1798 bis 1803 entstand unter französischem Einfluss und wurde wegen ihres Zentralismus lange abgewertet. Sie hob jedoch alte Herrschaftsverhältnisse und Binnenzölle auf und führte Grundrechte wie Niederlassungs-, Religions- und Pressefreiheit ein. Die neu geschaffenen Kantone St. Gallen, Aargau, Thurgau, Tessin und Waadt blieben bestehen. Auch die Bundesverfassung von 1848 konnte an Entwicklungen der Helvetik anknüpfen. Ochs wurde später als «Verräter» diffamiert und erhielt kein Denkmal, obwohl seine Bedeutung für Rechtsstaat und Bundesstaat laut Kutter erheblich ist.

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