Themen: Klima&Energie, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Esther Peter-Davis, 1932 geboren, gilt als eine der ersten französischen Anti-Atomkraft-Aktivistinnen und als wichtige Stimme der europäischen Bewegung. In ihrer Straßburger Wohnung spricht sie über ihr Leben, nachdem sie sich lange nicht zu einem persönlichen Zeugnis bereitgefunden hatte. Wenige erhaltene Tagebuchseiten dokumentieren auch herablassende Reaktionen auf ihr Engagement: Atomkraft sei angeblich kein Thema für eine Hausfrau, sondern zu komplex. Den grössten Teil ihrer Aufzeichnungen verlor sie, weil er unter Charles de Gaulle beschlagnahmt wurde. Peter-Davis erzählt von ihrer Kindheit im Elsass, in der sie häufig die Schule schwänzte und sich bis Unterrichtsende in Kirchen versteckte. Als einziges Mädchen unter zwei Geschwistern wuchs sie in einer Familie auf, deren Grosseltern und Mutter Essen für Hungernde auf die Fensterbank stellten. Ihre Mutter habe ihre frühe Selbstständigkeit und ihre grosse Neugier mit Verständnis begleitet.