Themen: Kultur/Feuilleton, Gesellschaft
Regionen: International, Nordamerika
Dolly Parton, 1946 in Tennessee geboren und am 25. August gestorben, stieg aus armen Verhältnissen zu einer der grössten Figuren des amerikanischen Showbusiness auf. Seit ihrem Debüt «Hello, I’m Dolly» von 1967 verband sie Country und Pop, ohne ihr traditionelles Publikum zu verlieren. In «9 to 5» spielte sie 1980 an der Seite von Lily Tomlin und Jane Fonda in einer Komödie über Frauenrechte am Arbeitsplatz. Sie setzte sich für LGBTQ-Rechte ein, vermied aber eine eindeutige politische Lagerzuordnung und blieb auch in konservativen Milieus populär. Selbst vor dem trans- und queerfeindlichen Weissen Haus wehten nach ihrem Tod die Fahnen auf halbmast. Ihre äussere Erscheinung mit Perücke, Acrylfingernägeln und Glamour verstand sie als Kunstfigur; zugleich wirkte sie schlagfertig und nahbar. Hinter ihrer breiten Wirkung standen Geschäftssinn, harte Arbeit und ein Gespür für die Erfahrungen eines grossen Publikums.