Themen: KI/Digital, Krieg&Frieden, Geopolitik
Regionen: International, Westasien
Israels Armee übt nach Darstellung der Autorin im Südlibanon eine digitale Besatzung aus. Drohnen, abgegriffene Daten und KI-gestützte Auswertung ermöglichten die Überwachung von Bewegungen, Kontakten und Kommunikation. Als Grundlage nennt sie Schwächen der libanesischen digitalen Infrastruktur: Der Staat habe seit 2015 Spyware eingesetzt, biometrische Erfassung und die Identifikation von SIM-Karten eingeführt, gespeicherte Daten aber unzureichend geschützt. Auch ein Datenleck mit Angaben von über 27’000 Lehrpersonen wird angeführt. Die israelische Armee nutze Daten aus Lecks, Kameras und kommerziellen Quellen für Ziel-Datenbanken sowie Gesicht-, Stimm- und Kennzeichenerkennung. Elbit Systems habe 2026 von 850’000 identifizierten Zielen in allen Kriegsarenen gesprochen, die Zahl später aber dementiert. Automatisierte falsche Evakuierungsaufforderungen, Nachrichten, Werbeanzeigen und Tinder-Profile dienten laut Autorin der Einschüchterung. Dieselben oder ähnliche israelischen Systeme würden zudem von europäischen Akteuren und der Schweizer Armee eingesetzt.