Themen: Gesellschaft, Leben, Kultur/Feuilleton
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Neuhegi in Winterthur wächst seit Jahren mit grossen Wohnanlagen und Datencentern. Die Überbauungen wirkten zwar urban und modern, schafften wegen breiter Strassen, effizienter Gebäudehüllen und leerer Tageszeiten jedoch kaum Aufenthaltsqualität. Morgens fahren die Bewohnerinnen und Bewohner mit der S12 weg, abends kehren sie zurück; dazwischen bleibe das Quartier weitgehend verlassen. Namen wie «Liz», «Max», «Roy» oder «Sue&Til» und begrünte Innenhöfe verliehen den Komplexen aus Sicht des Autors keine eigene Identität. Mit «Ida» entsteht ein weiterer Bau mit 150 Mietwohnungen und 323 Studios für Studierende. Marktmieten und teure Gewerbeflächen dienten dabei vor allem der Rendite von Swiss Life. Einen Kontrast bilde die Halle 710 als Austragungsort der Jungkunst. Ein ehemaliger Sulzer-Arealentwickler hätte sie laut Landbote lieber für exklusive Wohnungen am Parkrand abgerissen.