Themen: Geopolitik, Krieg&Frieden, Demokratie
Regionen: International, Westasien
Yves Kugelmann zeichnet ein düsteres Bild der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung in Israel. Er nennt Pogrome extremistischer Israelis gegen Palästinenser, jüdischen Terror gegen Beduinen, Mordaufrufe israelischer Minister und die permanente Kriegssituation als Zeichen einer Eskalation. Besonders verweist er auf Minister Itamar Ben-Gvir und fragt, ob dessen Rhetorik Ausdruck eines Systems sei, das Gewalt, Dehumanisierung und die Ausgrenzung andersdenkender Israelis ermögliche. Israels Armee dürfe nicht wegschauen, wenn radikale Siedler Palästinenser angriffen oder jüdische Zivilisten nicht geschützt würden. Kugelmann betont zugleich, dass Judenhass, islamistischer Terror und Massaker an Zivilisten nicht negiert, relativiert oder instrumentalisiert werden dürften. Mit George Orwells «1984» als Bezugspunkt warnt er vor Propaganda, neu geschaffenen Wahrheiten und einem schrittweisen Verlust von Freiheit auch in Demokratien. Offen bleibe, ob die Entwicklung einen Endpunkt oder den Beginn eines grundlegend veränderten Israels markiere.