Themen: Kultur/Feuilleton
Regionen: International, Europa
Judith Albert und Gery Hofer gestalteten nach einem Wettbewerb den Maria-Nindl-Platz im Münchner Stadtteil Bogenhausen mit dem «Salon der Gezeiten». Im Zentrum steht eine scheinbar weiche Chesterfield-Gruppe aus dunklem Granit. Ein rötliches Steinmosaik umgibt die Sessel und Sofas; Wasser steigt rhythmisch aus dem Boden, überflutet den abgesenkten Bereich bis rund 15 Zentimeter und fliesst wieder ab. Gleichzeitig wird eine kugelförmige Laterne heller und dunkler. Die Anlage verweist damit auf Ebbe und Flut, obwohl diese in München nicht unmittelbar erfahrbar sind. Die Künstler verbinden Materialtäuschung, Wohnlichkeit und die Assoziation eines südlichen Strands mit einem öffentlichen Begegnungsort. Die Möbel entstanden aus 3D-Scans und CNC-gefrästen Granitblöcken, die anschliessend von Hand bearbeitet wurden. Im Winter stellt München das Wasserspiel wie seine übrigen Brunnen ab; der beleuchtete «Mond» bleibt in Betrieb. Die Anwohnerschaft nutzt den Platz laut den Künstlern als Treffpunkt.