Themen: Wirtschaft/Finanzen, Gesellschaft, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Jacques Michel Conrad fordert ein stärkeres Wachstum des gemeinnützigen Wohnungsbaus in der Schweiz. Der Leiter der Geschäftsstelle der Wohnbaugenossenschaft St.Gallen kritisiert, dass grosse institutionelle Investoren 2025 rund 14 Milliarden Franken in Immobilien investiert hätten und für dieses Jahr 20 Milliarden erwartet würden. Immer mehr Kapital, darunter ausländisches Kapital und mutmasslich auch Schwarzgeld, konkurriere um Boden und Häuser. Dies erhöhe nach seiner Einschätzung Preise und Mieten. Conrad plädiert für kleinsegmentiertes Eigentum und dafür, dass Nutzer:innen möglichst auch Eigentümer:innen sein sollen. Viele Familien könnten sich Wohneigentum kaum leisten; bei manchen beanspruchten Miete und Wohnkosten mehr als 30 Prozent des Budgets. Gemeinnützige Trägerschaften müssten deshalb mehr Wohnungen zu fairen Preisen schaffen, wobei der Nutzen für die Allgemeinheit vor Rendite stehen solle. Der Beitrag basiert auf einem Plädoyer an der Generalversammlung der Wohnbaugenossenschaft St.Gallen vom 27. Mai. In der Ostschweiz seien die Mieten weniger stark gestiegen als in Zürich, Basel oder Genf, der Handlungsbedarf bleibe dennoch gross.