Themen: Krieg&Frieden, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Ernst Udo Kaufmann, Jahrgang 1927, berichtet von seinen Erfahrungen als jugendlicher Soldat im Zweiten Weltkrieg. Ab 1943 war er bei der Flak und im Arbeitsdienst, erhielt später Infanterieausbildungen in Dänemark und bei Berlin. In den letzten Kriegswochen erlebte er nach eigenen Angaben sinnlose Befehle und hohe Verluste unter jungen Soldaten. Nach dem Tod eines Kameraden und Verlusten an einer Kanalbrücke desertierte er. Die Rückkehr von Berlin nach Südbaden dauerte drei Monate; in US-Gefangenschaft habe er kaum Nahrung erhalten und sei schliesslich geflohen. Kaufmann schildert, wie Propaganda bis kurz vor Kriegsende vom Sieg gesprochen habe, obwohl es an Treibstoff und Material fehlte. Nach dem Krieg wurde er Volksschullehrer und engagierte sich im Umweltschutz. Er betont die Pflicht, der getöteten jungen Männer zu gedenken und aus Kriegserfahrungen zu lernen. Mit Sorge beobachtet er, dass Erinnerungen verblassten und viele Menschen Feindbilder gegenüber Russland übernähmen.