Themen: Partei-Politik, Innen-Politik, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Mario Roggero hat eine Haftstrafe von 14 Jahren und neun Monaten angetreten, nachdem er 2021 im piemontesischen Gallo di Grinzane zwei fliehende Räuber erschossen hatte. Die Gerichte werteten die Schüsse nicht als Notwehr: Die Männer hatten das Juweliergeschäft bereits verlassen und wollten mit einem wartenden Auto entkommen. Der Oberste Gerichtshof bestätigte das Urteil. Rechtspopulistische und rechtsextreme Politiker machen Roggero nun zum Wahlkampfthema. Lega-Chef Matteo Salvini feiert ihn als Verteidiger seiner Familie, fordert eine Begnadigung und erwägt eine Parlamentskandidatur, die ihm Immunität verschaffen könnte. Auch Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und weitere Regierungsvertreter unterstützen eine Begnadigung. Justizminister Carlo Nordio musste nach einer Intervention von Staatspräsident Sergio Mattarella zurückrudern, weil das Begnadigungsrecht ausschliesslich beim Staatspräsidenten liegt. Verfassungsanwälte kritisieren die politische Instrumentalisierung und warnen vor einer Legitimierung privater Selbstjustiz.