Themen: Kultur, Umwelt
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg
Der Leimbach bedrohte das Dorf Frutigen über Jahrhunderte, weil er bei Unwettern viel Geschiebe führte, sein Bett im Unterlauf auffüllte und seinen Lauf auf dem Schuttkegel wechselte. Schon die alemannischen Siedler, die um das Jahr 600 ins Tal kamen, dürften deshalb einen festen Bachlauf geschaffen haben, damit ihre Häuser nicht wiederholt zerstört wurden. Gesicherte Kenntnisse über diese frühe Zeit gibt es nicht; die Annahme stützt sich auf Vermutungen. Das von Menschen ausgehobene Bett war zunächst weder tief noch gemauert, sondern eher eine Rinne mit begrenzter Kapazität für Geschiebe. Es musste regelmässig geräumt und eingedämmt werden. Diese als Schwellenarbeiten bezeichneten Aufgaben erledigten die Einwohner gemeinsam. Gewählte Schwellenvögte organisierten und überwachten die Arbeiten. Das Fronhofstattgericht schrieb die Pflicht zur gemeinsamen Ausführung 1599 verbindlich fest.