Themen: Kultur/Feuilleton, Krieg&Frieden, Gesellschaft
Regionen: International, Nordamerika
Der Dokumentarfilm «Bombshell» untersucht die Rolle des Wissenschaftsjournalisten William L. Lawrence bei der öffentlichen Darstellung des US-Atombombenprogramms. Lawrence arbeitete für die «New York Times», stand aber zugleich geheim unter Vertrag von General Leslie R. Groves, dem Leiter des Manhattan-Projekts. Nach Darstellung des Films half er, Gefahren radioaktiver Strahlung bei Tests in New Mexico sowie nach den Abwürfen auf Hiroshima und Nagasaki zu leugnen oder zu relativieren. Die US-Regierung zensierte Bilder und Berichte über Verletzte, Tote und Langzeitfolgen; kritische Meldungen galten als japanische Propaganda. Als die Folgen nicht mehr zu bestreiten waren, verlagerte sich die Rechtfertigung auf die These, die Bomben hätten einen längeren Krieg und noch mehr Opfer verhindert. Historische Aufnahmen, Interviews und Kommentare ordnen diese Mediensteuerung ein. Lawrence erhielt 1946 für seine Berichte über Nagasaki und die Atombombe einen Pulitzer-Preis.