Themen: Bildung, Ungleichheit, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Zentralschweiz
Luzerns Bildungsdirektor Armin Hartmann sieht besonders bei den 25 Prozent der Kinder aus sozial und wirtschaftlich am wenigsten privilegierten Haushalten grosse Risiken, im Schulsystem den Anschluss zu verlieren. Die schwachen Resultate bei mathematischen Grundkompetenzen werden untersucht; bis Ende Jahr sollen Ursachen und mögliche Massnahmen vorliegen. Als strukturellen Unterschied nennt Hartmann das eine obligatorische Kindergartenjahr in Luzern gegenüber zwei Jahren in anderen Kantonen. Weitere Probleme sind die steigende Sonderschulquote, der Mangel an Lehrpersonen und knappe Ressourcen für schulische Dienste und Schulleitungen. Hartmann befürwortet mehr Frühförderung und eine stärkere Elternbildung, weist aber auf fehlende politische Mehrheiten hin. Die Selektion nach der sechsten Klasse bleibe bestehen, weil das Parlament am Langzeitgymnasium festhalte. Gleichzeitig verteidigt er die geplante jährliche Unterstützung internationaler Schulen von bis zu 1,5 Millionen Franken: Internationale Unternehmen betrachteten sie als Standortfaktor, und Luzern sei für ein dauerhaftes Angebot bislang zu wenig attraktiv gewesen.