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Einkaufsneurosen

PS Zeitung
Einkaufsneurosen

Themen: Leben, Gesellschaft, Kultur/Feuilleton

Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt

Eine Konsumentin beschreibt ihren widersprüchlichen Umgang mit der Überflussgesellschaft. Sie kauft möglichst Gebrauchtes und beschränkt Neuware nach eigener Darstellung auf Gartenerde, Unterwäsche, Schminke und Essen. Dennoch locken sie Ausverkäufe in Kaufhäuser: Ein Schminkstift, der mit vier Franken angeschrieben war, sollte an der Kasse vierzehn Franken kosten. Die Kassierin verdächtigte Kundinnen, Waren für höhere Rabatte umzusortieren; nach einem Streit bezahlte die Kundin vier Franken. Auch ein Aktionsangebot im Quartierladen eskalierte. Zwölf Joghurts zu 95 Rappen mit 25 Prozent Rabatt wurden zunächst falsch berechnet. Die Kundin rechnete 8.55 Franken vor, während das Personal erst neun Franken und später 6.75 Franken verlangte. Sie bestand auf dem korrekten Preis und erntete Ärger von Personal und einem wartenden Kunden. Abschliessend erkennt sie ihren eigenen Schnäppchenreflex wieder: Bei Mengenrabatten, Stückpreisen und Verpackungsgewichten sucht sie stets den grösstmöglichen Vorteil.

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