Themen: Klima&Energie, Wissenschaft, Technologie
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Klimaforscher Reto Knutti hält das Überschreiten der 1,5-Grad-Grenze vor 2030 für absehbar. Entscheidend bleibe jede vermiedene Tonne CO₂, doch selbst bei Netto-null müssten unvermeidbare Emissionen ausgeglichen werden. Um einen begrenzten Overshoot später zurückzuführen, wären laut Knutti bis zu 20 Milliarden Tonnen CO₂-Entnahme jährlich nötig. Derzeit würden weltweit rund 40 Milliarden Tonnen ausgestossen, aber nur 2,2 Milliarden Tonnen entfernt, fast vollständig durch Ökosysteme; technische Verfahren spielten mit zwei Millionen Tonnen kaum eine Rolle. Direct Air Capture müsse deshalb trotz hoher Kosten rasch skaliert werden. Solares Geoengineering lehnt er wegen schwer kontrollierbarer Risiken und ungelöster globaler Governance ab. Besonders rasche Wirkung verspricht die Reduktion von Methan, das nach rund elf Jahren zerfällt. Einsparungen bei Rinderhaltung, Reisanbau und Erdgaslecks könnten den Overshoot wirksam begrenzen. Für die Schweiz verbindet Knutti Klimaschutz mit erneuerbarer Energie, Innovation und Versorgungssicherheit.