Themen: Kultur, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Marek Krynski gründete die Street Parade 1992, nachdem ihn die Berliner Love Parade auf die Idee eines Techno-Umzugs in Zürich gebracht hatte. Der damalige Mathematik- und Philosophiestudent erlebte das streng regulierte Zürcher Nachtleben der späten 1980er-Jahre als unerquicklich; House-Musik hatte ihn 1987 für die elektronische Szene begeistert. Er meldete die erste Parade als Demonstration für Liebe, Frieden, Freiheit, Grosszügigkeit und Toleranz an. Die Stadtpolizei bewilligte sie nur unter Auflagen, unter anderem sollten die Teilnehmenden auf dem Trottoir bleiben. Dennoch schlossen sich spontan viele Menschen an. Bereits an der ersten Ausgabe nahmen 1000 bis 2000 Personen teil. Nach einem Verbot 1994 setzte öffentlicher Druck eine neue Route um das Seebecken durch. Die Street Parade wurde zum internationalen Grossanlass und ist seit 2017 mit der Zürcher Technokultur im Inventar des immateriellen Kulturerbes der Schweiz verzeichnet. Krynski zog sich 1996 aus der Organisation zurück, besucht die Parade aber weiterhin.