Themen: Migration/Asyl, Gesellschaft, Innen-Politik
Regionen: International, Europa, Afrika
Am 30. Juli 2026 versuchten Tausende Menschen aus Marokko, die spanische Exklave Ceuta über Land und Meer zu erreichen. Eine in sozialen Medien verbreitete Falschmeldung über ein angebliches Bleiberecht verstärkte die Bewegung, erklärte sie aber nicht. Spaniens Innenminister schätzte rund 50'000 Grenzübertritte, Ceutas Präsident sprach von 60'000; mehr als 300 Menschen wurden laut EFE aus dem Meer gerettet, zwei Leichen gefunden. Badr Saameli, der selbst wegen Verfolgung und Homophobie aus Marokko floh, verweist auf eine lange Migrationsgeschichte und auf brutale Pushbacks sowie Deportationen durch spanische und marokkanische Behörden. Viele Jugendliche im Norden Marokkos betrachteten Ceuta und Melilla als Zugang zu Sicherheit, Bildung, Arbeit und Freiheit. Die Ursachen sieht er in ökonomischer Ungleichheit, Korruption, regionaler Vernachlässigung, Repression gegen Proteste sowie eingeschränkter Meinungs-, Frauen- und LGBTQ-Rechte. Artikel 489 kriminalisiert gleichgeschlechtliche Beziehungen. Tausende Minderjährige sollen weiterhin in Ceuta sein. Höhere Zäune lösten die zugrunde liegende Perspektivlosigkeit nicht.