Themen: Gesellschaft, Migration/Asyl, Innen-Politik
Regionen: International, Europa
Die selbstverwaltete Athener Siedlung Prosfygika mit acht Häuserzeilen und rund 400 Bewohner:innen ist von Räumung und Sanierung bedroht. Die Regionalverwaltung Attika hatte dafür 2025 mit Ministerien ein Projekt über 15 Millionen Euro vereinbart, das weitgehend durch europäische Strukturfonds finanziert werden soll. Die Regierung verspricht Sozialwohnungen und Unterkünfte für Angehörige von Krebspatient:innen, doch die Gemeinschaft misstraut diesen Zusagen. In Prosfygika leben Menschen aus 27 Nationalitäten, darunter Geflüchtete ohne gesicherten Status, ältere Menschen und psychisch Kranke. Seit sechzehn Jahren betreibt die Besetzung unter anderem eine Kindertagesstätte, Bäckerei, Bibliothek, Gesundheitsanlaufstelle und Unterkunft für Angehörige von Krebspatient:innen. Aktivist:innen sehen das Vorhaben im Zusammenhang mit steigenden Mieten, Privatisierung und einer verschärften Politik gegenüber Geflüchteten. Suzon Doppagne und Aristoteles Chantzis beendeten ihren Hungerstreik nach einer Resolution des Athener Stadtparlaments. Diese fordert einen Stopp der Pläne, kann sie jedoch nicht selbst verhindern; die Regionalverwaltung hält daran fest.