Themen: Wirtschaft/Finanzen, Gesellschaft, Klima&Energie
Regionen: International, Europa
Subunternehmerketten sind laut der Europäischen Transportarbeiterföderation in Europas Logistik und Strassengüterverkehr zum Kostenmodell geworden. Hauptauftragnehmer behielten Gewinn und Kontrolle, während Risiken, rechtliche Verantwortung und Arbeitsbedingungen an kleinere Firmen oder Arbeitsvermittler weitergereicht würden. Beschäftigte litten unter tieferen Löhnen, fehlenden Sozialversicherungsbeiträgen, prekäreren Verträgen und umgangenen Sicherheitsvorschriften. Lange, teils grenzüberschreitende Ketten erschwerten Kontrollen, die Durchsetzung von Ansprüchen und die Zuordnung von Verantwortung, insbesondere bei Konkursen. Faire kleine und mittlere Unternehmen gerieten durch Billigkonkurrenz unter Druck; zudem begünstigten Konstruktionen Schwarzarbeit, Steuerverluste und organisierte Kriminalität. In Italien seien Ermittlungen auf eine Milliarde Euro unbezahlte Steuern und 60 Millionen Euro ausstehende Sozialversicherungen gestossen. Billigtransporte förderten zudem mehr Bestellungen und Emissionen und erschwerten Flottenmodernisierungen. Die Föderation fordert eine EU-Richtlinie mit gesamtschuldnerischer Haftung, höchstens zwei Subunternehmerstufen, gleicher Behandlung entlang der Kette, regulierten Vermittlern und stärkerer grenzüberschreitender Kontrolle.