Themen: Migration/Asyl, Innen-Politik, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Grenzkontrollen innerhalb des Schengenraums haben sich seit der Migrationsbewegung von 2015 und der Corona-Pandemie vielerorts verfestigt. Der Raum umfasst 29 europäische Staaten, darunter die Schweiz; täglich passieren 3,5 Millionen Menschen seine Grenzen. Aktuell kontrollieren elf Schengenstaaten wieder an ihren Binnengrenzen, darunter Deutschland, Frankreich, Italien und die Schweiz. Regierungen begründen Ausnahmen mit irregulärer Migration, Schleuserkriminalität, Terrorismus, russischer Bedrohung und Konflikten im Nahen Osten. Die Kontrollen sollen rechtlich befristet und eine letzte Massnahme sein, doch Beobachtungen an deutsch-polnischen und deutsch-französischen Übergängen deuten teils auf systematische Prüfungen hin. Besonders betroffen sind Pendler, Schüler und Einkäufer in Grenzregionen: Staus und Zugverspätungen erschweren den Alltag. Kritiker bezweifeln zudem die Wirksamkeit, weil Kontrollen ungleich erfolgen und kleinere Übergänge oft unbeachtet bleiben. Kommunen wie Aachen verlangen daher ein Auslaufen der Massnahmen.