Themen: Kultur/Feuilleton
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
«Age of design» von Joana Hermes und Ilaria Rabagliati eröffnet mit der Bewegung des DNA-Spiralstrangs einen gedanklichen Raum über Veränderung und Evolution. Ob die wissenschaftliche Deutung dieses Bildes zutrifft, bleibt offen; im Zentrum steht die choreografische Vorstellung, dass aus einer Bewegung heraus etwas anderes entstehen könnte als das Erwartete. Die Tänzerinnen führen einen Balanceakt zwischen Gemeinsinn und Eigensinn vor. Sophie Flannery Prune Vergères stellt ihnen jeweils zwei Männer als Gegengewichte gegenüber. Die körperliche Schwerkraft wird dabei zugleich als Bild für gesellschaftliche Hierarchien und Klassen lesbar. Das Stück lässt erahnen, welche Widerstände eine Neuordnung mobilisieren müsste und wie mühsam Veränderung unter gegebenen Bedingungen bleibt. «Nicht oben, nicht unten – irgendwo dazwischen» ist am 11. September im Theater am Gleis in Winterthur zu sehen.