Themen: KI/Digital, Gesundheit
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Die Dargebotene Hand setzt bei Chat-Anfragen neu einen KI-Chatbot ein, wenn nach zwei Minuten keine menschliche Beratung verfügbar ist. Psychologin Marisa Tschopp sieht darin allenfalls eine Überbrückung: Eine erste Reaktion könne Betroffenen ermöglichen, sich mitzuteilen, statt ganz ohne Antwort zu bleiben. Sie warnt jedoch nachdrücklich davor, ChatGPT oder ähnliche Systeme als Psychologin, Psychologen oder vertraute Person zu nutzen. Generative KI könne ungenaue, mehrdeutige oder erfundene Antworten erzeugen; eine Lösung für solche Halluzinationen gebe es derzeit nicht. Zudem verstehe KI die Welt nicht wie ein Mensch und könne nicht wirklich zwischen den Zeilen lesen, auch wenn ihre Antworten menschlich wirkten. Die zunehmende Vermenschlichung von Chatbots könne Übernutzung und übermässiges Vertrauen fördern. Tschopp verweist auf Fälle und Gerichtsverfahren in den USA im Zusammenhang mit ChatGPT. Das Grundproblem sei der Mangel an Hilfeleistenden; Mittel für Mental-Health-Chatbots sollten aus ihrer Sicht eher in die Ausbildung von Therapeutinnen und Therapeuten fliessen.