Themen: Gesellschaft, Wirtschaft/Finanzen, Bildung
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Noëmi van Gelder, Präsidentin der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich und des Verbands Schweizerischer Jüdischer Fürsorgen, warnt vor steigenden Kosten für jüdisches Leben. Der Sozialdienst des VSJF betreut schweizweit rund 230 Klientinnen und Klienten; die Zahl sei seit 2022 kontinuierlich gestiegen. Betroffen seien auch erwerbstätige Mittelstandsfamilien, deren Ausgaben für Krankenkasse, Miete, koschere Lebensmittel, Gemeindebeiträge und jüdische Schulen rascher stiegen als ihre Einkommen. Für Familien mit zwei Kindern könnten diese Kosten bis zu 30 Prozent des Einkommens ausmachen. Unterstützung soll diskret und früh erfolgen, etwa durch Schulstipendien, Beiträge für Betreuung, Ferienangebote und Feiertage. Die ICZ muss auf einem Budget von 12,5 Millionen Franken zwei Millionen sparen. Van Gelder strebt langfristig tiefere Mitgliederbeiträge mit einem Basisbeitrag und stärker nutzungsabhängigen Kosten an, betont aber die hohen Fixkosten der Gemeinde. Der kostenlose Kindergarten koste jährlich rund 1,8 Millionen Franken. Kein Kind dürfe aus finanziellen Gründen von jüdischer Bildung ausgeschlossen werden.