Themen: Kultur/Feuilleton, Ukraine Krieg, Krieg&Frieden
Regionen: International, Europa
Das Filmfestival Venedig nimmt Ilja Chrschanowskis «Dau» in den Wettbewerb auf und löst damit Protest des ukrainischen Kultur- und Aussenministeriums aus. Dieses kritisiert, die Biennale biete einem mit russischen Staats- und Einflussnetzwerken verbundenen Projekt eine Plattform. Festivaldirektor Alberto Barbera weist den Vorwurf zurück: «Dau» sei eine deutsch-französisch-schwedische Produktion, keine Propaganda und das Werk eines in Berlin lebenden russischen Dissidenten, der die Invasion verurteilt habe. Das seit 2008 entwickelte Projekt begann als Biopic über den sowjetischen Physiker Lew Landau. In Charkiw entstand dafür ein nachgebautes sowjetisches Institut, in dem Darstellende teils monatelang in ihren Rollen lebten. Finanziert wurde es auch durch den später sanktionierten Oligarchen Sergej Adonjew. Frühere Fassungen lösten wegen real gefilmter Sex- und Gewaltszenen mit Laiendarstellenden Kritik aus. Der neue Film soll zum Landau-Biopic zurückkehren; Teodor Currentzis spielt die Hauptrolle.