Themen: Wirtschaft/Finanzen, Gesellschaft, Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Romandie
Just Eat will in der Schweiz voraussichtlich rund 700 Zustellerinnen und Zusteller entlassen und in vielen Regionen auf ein Modell ähnlich Uber Eats umstellen. Kuriere würden dabei als Selbstständige ohne Arbeitsvertrag arbeiten und nur für ausgeführte Aufträge bezahlt. Nach Einschätzung eines Gewerkschaftsvertreters können sie zwar während zehn bis dreizehn Stunden in der App verfügbar sein, tatsächlich aber nur vier oder fünf Stunden Aufträge ausführen; die Wartezeit werde nicht vergütet. Bei Just Eat galt bisher ein Stundenlohn von 22 Franken zuzüglich 13. Monatslohn. In Genf und Waadt soll der Wechsel wegen strengerer Umsetzung von Gerichtsurteilen nicht erfolgen. Das Bundesgericht hatte Uber Eats aufgrund der Abhängigkeit von der Plattform als Arbeitgeber beziehungsweise das Modell als Personalverleih beurteilt. Andere Kantone setzen dies bislang vor allem über Einzelfallkontrollen um. Just Eat könnte auf Subunternehmen ausweichen. Die Gewerkschaft fordert Verhandlungen, einen besseren Sozialplan und die Verhinderung von Entlassungen. Nachtlieferungen wären laut ihr mit Bewilligungen möglich, verursachten aber Zuschläge und damit höhere Kosten.