Themen: Kultur/Feuilleton, Klima&Energie
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Viele als hässlich empfundene Bauten entstehen laut Köbi Gantenbein nicht primär wegen der Architektinnen und Architekten, sondern wegen Bauherrschaften. Diese wollten häufig rasch bauen, Geld verdienen oder eigene Vorstellungen durchsetzen und hätten weder Zeit noch Interesse für Schönheit. Architektinnen und Architekten könnten ihre Rolle verlieren, wenn sie sich widersetzten. Ein Teil der Bauherrschaften sei allerdings offen für gute, künstlerisch überzeugende und klimavernünftige Häuser. Dann scheitere Architektur manchmal an ungenügendem Handwerk oder an den Verlockungen der Bauindustrie, könne aber auch gelingen. Gute Baugesetze seien ebenfalls nötig: Sie begrenzten Gier und regelten Dichte sowie Energiekennzahlen, behandelten Schönheit aber selten ausdrücklich. Als Beispiel nennt Gantenbein ein Wohnhaus für drei Generationen ohne Parkplatz, mit geringem Anteil grauer Energie und Holzheizung. Während er es bis in die Details gelungen findet, beurteilen andere es als abgrundtief hässlich. Ästhetische Urteile könnten sich verändern; manches heute Abgelehnte werde später geschätzt.