Themen: Umwelt, Gesundheit, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Europa
Frankreich steht laut einem Bericht von vier Regierungsbehörden vor hohen Zusatzkosten für sauberes Trinkwasser. Je nach Umfang der Massnahmen könnten die Entfernung von PFAS, Pestiziden und anderen Mikroschadstoffen sowie der Umbau der Abwasserbehandlung jährlich 1,3 bis 5,7 Milliarden Euro kosten. 2024 konsumierte fast ein Drittel der Bevölkerung Trinkwasser, das europäische Qualitätsgrenzwerte wegen Pestiziden, deren Abbauprodukten oder PFAS überschritt. Viele Belastungen gehen nach Einschätzung der Behörden auf inzwischen verbotene Stoffe zurück. Verbesserte Analytik macht zudem neue oder bisher kaum messbare Schadstoffe sichtbar. Künftig könnten auch hormonstörende Stoffe, Perchlorate und Mikroplastik zusätzliche Aufbereitung erfordern. Besonders im Norden und Osten Frankreichs treten Mikroverunreinigungen auf. Das Netz ist zudem sanierungsbedürftig: Schätzungsweise jeder fünfte Liter Wasser geht durch Lecks verloren. Vier Szenarien reichen von punktuellen Verbesserungen mit Aktivkohle- und Membranfiltern bis zu einer Sanierung des gesamten Wasserkreislaufs. Da Konsumentinnen und Konsumenten die Versorgung weitgehend über Wasserrechnungen finanzieren, dürften steigende Kosten sie stark betreffen.