Themen: Krieg&Frieden, Innen-Politik, Migration/Asyl
Regionen: International, Westasien
Eva Maria Michelmann wurde nach eigenen Angaben am 19. Januar 2026 während der Kämpfe um Raqqa zusammen mit ihrem Kollegen Ahmet Polad von syrischen Truppen festgenommen. Die Kölner Journalistin kam nach 152 Tagen Haft am 19. Juni über Jordanien frei; Polad wird weiter an unbekanntem Ort festgehalten. Michelmann schilderte in einer Videobotschaft Isolationshaft, Verhöre unter Folter sowie überfüllte Gefängnisse in Aleppo, Idlib und Damaskus. In ihrer letzten Haftanstalt seien Frauen und Kinder, darunter Babys, als politische Gefangene untergebracht gewesen. Viele Mitgefangene seien Alawitinnen gewesen, die nach dem Sturz Assads religiös motivierter Gewalt ausgesetzt seien. Anwalt Roland Meister will die Verantwortlichen strafrechtlich verfolgen lassen und prüfen, ob deutsche Stellen frühzeitig über die Haft informiert waren. Michelmann fordert zudem, keine Schutzsuchenden nach Syrien abzuschieben.