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Freiwillig engagiert, aber gegen den Strom

Hauptstadt
Freiwillig engagiert, aber gegen den Strom

Themen: Gesellschaft, Gleichstellung, Kultur

Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg

Margarethe Hardegger beriet Anfang des 20. Jahrhunderts in ihrem Haus am Berner Pflugweg Frauen kostenlos zu Verhütung, Schwangerschaftsabbruch, häuslicher Gewalt und finanziellen Problemen. Die Feministin, Gewerkschafterin und Verfechterin von Mutterschaftsversicherung, Frauenstimmrecht und freier Liebe ermöglichte auch Abtreibungen, obwohl deren Vermittlung, Werbung für Verhütung und Verkauf von Verhütungsmitteln illegal waren. Nach jahrelanger Überwachung wurde sie am 28. Mai 1915 verhaftet und zu zehn Monaten Gefängnis in Hindelbank verurteilt. Den beteiligten Arzt verriet sie trotz Druck nicht. Das Projekt «umtun» stellt Hardeggers Engagement als Teil einer wenig beachteten Geschichte freiwilliger Arbeit dar, die gesellschaftliche Normen herausforderte. Auch Anne-Marie Rey aus Zollikofen organisierte ab 1973 mit dem Help-Telefon kostenlose, schweizweite Beratung und Unterstützung für ungewollt Schwangere. Der Einsatz beider Frauen steht in einer Entwicklung, die 2002 zur Fristenlösung führte.

hauptstadt.be

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