Themen: Bildung, Gesellschaft, KI/Digital
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Der Schweizerische Gewerbeverband und der Präsident der Erziehungsdirektorenkonferenz warnen 2026 vor sinkenden Grund- und Lesekompetenzen von Jugendlichen. Fast jeder dritte 15-Jährige verfüge laut PISA nicht über ausreichende Lesefähigkeiten; Betriebe befürchteten Folgen für die Berufsbildung. Der Psychologe Gerhard Steiner bezweifelt nicht den Nutzen früher Sprachförderung, stellt aber deren Wirkung auf spätere Leseleistungen infrage. Entscheidend seien nicht bloss frühe oder kurze Angebote, sondern die Qualität der didaktischen Arbeit, aktiviertes Vorwissen, kontinuierliche Begleitung beim verstehenden Lesen und eine sorgfältige Lernprozessdiagnostik. Häufiger Handykonsum konkurriere mit anspruchsvollem Lesen und fördere nicht dieselben Verstehensprozesse. Sprachförderung könne Wortschatz, Satzbildung und Kommunikation verbessern, sei aber ohne vielfältige Erfahrungen, anregende Bezugspersonen und langfristige Förderung begrenzt. Für die Zeit ab dem Kindergarten fordert Steiner dichte, länger dauernde Förderklassen, geschultes Personal und verbindliche Leistungsziele, damit die Regelschule entlastet werde und auch andere Kinder mit Entwicklungspotenzial profitieren.