Themen: KI/Digital, Kultur/Feuilleton, Demokratie
Regionen: International, Europa
Gaspard Koenig setzt sich mit dem französischen Verlag Éditions de l’Observatoire für das Label «Livre sanctuaire – 100 % humain» ein. Autorinnen und Autoren verpflichten sich damit, generative KI weder für die Konzeption noch für das Schreiben oder gedankliche Vorarbeiten ihrer Bücher einzusetzen. Das Label beruht auf einer Selbsterklärung; eine technische Kontrolle der Manuskripte ist nicht vorgesehen. Koenig verweist auf die Kontroverse um Thélyson Orélien, ohne dessen KI-Nutzung beurteilen zu können, und meint, eine klare Vereinbarung zwischen Verlag und Autor hätte den Streit möglicherweise verhindert. Er lehnt KI beim literarischen Schreiben grundsätzlich ab, weil Bücher für ihn eine Beziehung zu einem menschlichen Urheber herstellen und Kreativität aus Arbeit, Irrtümern und persönlichem Stil entstehe. Zudem warnt er vor intransparenten KI-Texten, der Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke als Trainingsmaterial und einer Delegation individueller Entscheidungen an technische Systeme. Die Lektorin Emma Saudin sieht im Label auch einen Schutz der editorischen Arbeit und des Vertrauensverhältnisses zu Autoren.