Themen: Wirtschaft/Finanzen, KI/Digital, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg, Zürich/Winterthur
Tamedia kündigt den Abbau von 34 Vollzeitstellen an; insgesamt verlieren 41 Mitarbeitende ihre Stelle. Dreissig Stellen betreffen die Publizistik, vier den Print-Desk, rund drei Viertel des Abbaus entfallen auf Deutschschweizer Redaktionen. Der Verlag begründet die Massnahme mit einer Transformation, neuen publizistischen Prioritäten und automatisierten Prozessen unter Einsatz von KI. Auch die Redaktionen von «Bund» und «Berner Zeitung» in Bern sind betroffen, doch Zahl und Funktionen der Kündigungen waren zunächst nicht bekannt. Entlassungsgespräche sollen im Oktober gebündelt stattfinden; weder ein Konsultationsverfahren mit Gewerkschaften noch ein Freiwilligenprogramm ist vorgesehen. Die Berner Gesamtredaktion ist bereits geschrumpft: Im Impressum standen am 1. Oktober 2022 noch 64 Namen, heute 50. Mehrere Abgänge wurden nicht ersetzt. Zusätzliche Unruhe erzeugt ein System, das Onlineartikel nach der Interaktion von Abonnentinnen und Abonnenten mit Sternen bewertet. Tamedia bestreitet, nach einem einheitlichen individuellen Kriterienkatalog zu kündigen. Die TX Group steigerte ihren Halbjahresgewinn 2026 um 74 Prozent auf 67 Millionen Franken, während Tamedia weniger profitabel war.