Themen: Kultur
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Winterthurs städtisches Denkmalinventar endet zu Beginn der 1980er-Jahre, obwohl auch jüngere Gebäude das Stadtbild prägen. Die Denkmalpflege hat laut ihrer Leiterin Konstanze Domhardt bislang keinen Auftrag, Bauten aus der Zeit von 1980 bis 1995 zu inventarisieren. An den Europäischen Tagen des Denkmals führen ETH-Studierende deshalb durch das Neuwiesenquartier, dessen Architektur stark von postmodernen Bauten der vergangenen 30 bis 40 Jahre geprägt ist. Manche potenziellen Denkmäler sind bereits verschwunden. An der Theater- und St-Georgen-Strasse wurde ein Fenaco-Backsteinbau von 1994 abgerissen; Fenaco begründet den Ersatzneubau mit ungenügender Raumnutzung, Energieeffizienz und unverhältnismässigen Sanierungskosten. Auch der frühere Busbahnhof mit rotem Dach wurde 2013 ersetzt, wird aber heute von vielen als identitätsstiftend erinnert. Beim geschützten ZKB-Gebäude und dem Bankvereinsbau am Bahnhofsplatz gehen die Meinungen auseinander. Die Debatte über den Wert jüngerer Baukultur gewinnt damit an Gewicht.