Themen: Kultur, Gesellschaft, Innen-Politik
Regionen: International, Westasien
Ali Asgaris «A Bit of Light» konkurrierte beim 83. Filmfestival von Venedig um den Goldenen Löwen, während Laleh Marzban für «Falling House» von Mohsen Gharaei in der Sektion Orizzonti als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde. Die Erfolge stehen für die anhaltende internationale Präsenz des iranischen Kinos, zugleich aber für dessen widersprüchliche Lage im eigenen Land. Von 1’221 iranischen Städten verfügen laut iranischen Medien nur 193 bis 305 über ein Kino. Drehbücher, Dreharbeiten und öffentliche Vorführungen unterliegen zudem staatlichen Genehmigungen; fertige Produktionen können ohne Freigabe dem heimischen Publikum vorenthalten bleiben. Regisseure wie Jafar Panahi und Mohammad Rasoulof sowie weitere Filmschaffende wurden festgenommen, mit Berufsverboten belegt oder an Ausreisen gehindert. Panahi sass 2022 im Iran in Haft, als «No Bears» in Venedig ausgezeichnet wurde. Nach den Protesten von 2022 widersetzten sich auch Schauspielerinnen staatlichen Vorgaben. Internationale Koproduktionen und unabhängige Arbeitsformen sichern weiterhin Filme, ersetzen aber weder künstlerische Freiheit noch ein einheimisches Publikum.