Themen: Gesundheit, Wissenschaft
Regionen: International, Europa
Absichtliches Schielen führt nicht dazu, dass die Augen in dieser Stellung stehen bleiben. Klaus Rüther vom Berufsverband der Augenärzte hält es zwar für hypothetisch möglich, dass ein bereits gefährdetes Kind zufällig beim Schielen erstmals eine Fehlstellung entwickelt, etwa wegen Übersichtigkeit. Einen solchen Fall kennt er jedoch nicht. Auch Horst Helbig von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft widerspricht der verbreiteten Warnung. Menschen können ihre Augen konvergent ausrichten, um nahe Gegenstände zu fokussieren. Dafür sorgen sechs Augenmuskeln. Fehlstellungen können entstehen, wenn diese Muskeln nicht richtig funktionieren, oder durch Veränderungen der Bindegewebsstruktur um das Auge, die vor allem im Alter vorkommen können. Solche Ursachen hängen nicht vom absichtlichen Schielen ab. Augenmuskelkrämpfe oder Lähmungen können ebenfalls Fehlstellungen verursachen; auch sie sind nicht die Folge des Schielens. In der Regel sind Fehlstellungen augenärztlich behandelbar.