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Geschichtsfälschung mit Diplomaten-Begleitung

Infosperber
Geschichtsfälschung mit Diplomaten-Begleitung

Themen: Kultur, Geopolitik, Krieg&Frieden

Regionen: International, Westasien

Aserbaidschan führte Mitte September rund 150 Vertreter aus 58 Ländern und neun internationalen Organisationen durch Bergkarabach, darunter zum mittelalterlichen Kloster Gandsassar. Präsidentenberater Hikmet Hajiyew bezeichnete die Sakralbauten als «kaukasisch-albanisches» und nicht als armenisches Erbe. Die Autorin ordnet dies als Teil einer staatlichen Kulturpolitik ein, die auf eine in der internationalen Geschichtsforschung abgelehnte nationalistische These zurückgeht. Nach dieser Darstellung seien heutige Aserbaidschaner alleinige Nachfahren der christlichen kaukasischen Albaner, während Armenier Bauwerke später verfälscht hätten. Armenien sorgt sich angesichts von Berichten über planierte Quartiere, zerstörte Dörfer und geschändete Friedhöfe um das Kulturerbe. Das Europäische Parlament zählte 2022 insgesamt 1456 armenische Denkmäler unter aserbaidschanischer Kontrolle. Der Internationale Gerichtshof verpflichtete Aserbaidschan 2021 zu Schutzmassnahmen gegen Vandalismus. Van Gent kritisiert, die EU nehme Bakus Geschichtsnarrativ aus geopolitischem Kalkül zu nachsichtig hin.

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